offener Brief Burkhardt Schmidt vom 17.02.17

Betreff: Offener Brief an Herrn Peter Klöckner und Charlie Röttig zur Einwohnerversammlung am 16.02.2017

Sehr geehrter Herr Klöckner,
lieber Charlie,
der Ablauf der von Ihnen initiierten Einwohnerversammlung zum Moscheebau in Hachenburg am Donnerstag, 16.02.2017 veranlasst mich zu diesem offenen Brief.
Ich beginne mal mit dem Ende der Veranstaltung.
Lieber Charlie, ich habe Dich nicht wiedererkannt und hoffe dass auch bei Dir die Emotionen durchgegangen sind.
Dieser von Dir durchgeführte Abbruch der Veranstaltung ist in keiner Weise zu akzeptieren.
Wenn Du Bedenken hattest, dass die Veranstaltung aufgrund populistischer Äußerungen der rechten Gesinnungsgenossen aus dem Ruder laufen könnte, hättest Du von Deinem Hausrecht Gebrauch machen können und Diese des Saales verweisen können.
Dann hätten wir konstruktiv weiter diskutieren können.
Vor dem Abbruch durch Dich hatten wir das zweifelhafte Vergnügen uns von Herrn Bürgermeister Klöckner in seiner oberlehrerhaften und rhetorisch ausgefeilten Art in Sachen Demokratie und Toleranz belehren lassen zu müssen.
Lieber Herr Klöckner, der von Ihnen gehaltene Vortrag war völlig überflüssig und glauben Sie mir diese von Ihnen geschilderten Werte müssen Sie mir nicht mehr vermitteln.
Sie haben anscheinend nicht verstanden worum es uns Bürgern geht.
Wir sind weit entfernt von Rassismus, Intoleranz und Hass oder Gewalt gegenüber Ausländern und Andersgläubigen.
Wir wollen nur eines nicht in unserem schönen und bunten Hachenburg:
Einen Durchgriff von inakzeptablen diktatorischen Regimen in unserem Land, die unsere freiheitlich demokratische Grundordnung verachten.
Und solange der muslimische Verein von Hachenburg sich nicht von dem Einfluß der DITIB trennt (ein erster Schritt wäre die Änderung der Satzung), oder die DITIB Bund vom Einfluß der Diyanet, solange bin ich gegen eine unter diesen Einflüssen stehende Moschee, Begegnungsstätte oder wie auch immer dieses Gebäude bezeichnet wird.
Herr Aydin hat uns während der Veranstaltung geschildert, wie das Gebäude finanziert werden soll.
Ich frage mich nun, wenn die Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge und evt. Darlehen dargestellt werden kann, warum man sich nicht von dem Einfluß der DITIB trennen kann und einfach eine unabhängige Begegnungsstätte baut.
Ich würde mich freuen, wenn wir in einer solchen unabhängigen Begegnungsstätte den interkulturellen Austausch weiter vorantreiben können.
Auch wenn ich persönlich zugeben muß wenig Kontakt zu unseren muslimischen Mitbürgern zu haben, freue ich mich, zukünftig einen Ort zu haben, wo Integration praktisch durch persönliche Gespräche gelebt wird.
Und nun möchte ich noch meine Einschätzung zu der von Herrn Türk moderierten Fragerunde darstellen:
Ich schätze Herrn Türk als kompetenten, empathischen Menschen.
Er hat die ein oder andere gute und wichtige Frage gestellt.
Er hat es leider versäumt langatmige, an den Fragen vorbei gehende Antworten zu unterbinden und teilweise tatsachenverdrehende Antworten zu erkennen und zu widerlegen.
Dieser Teil der Veranstaltung hatte daher für mich eher den Charakter einer im Vorfeld abgesprochenen Frage-Antwort-Runde, die den drängenden Fragen der Hachenburger Bürger nicht gerecht wurde.
Zum Abschluss möchte ich noch einen Appell an die Verantwortlichen der Stadt und Verbandsgemeinde Hachenburg richten :
Verstecken Sie sich nicht hinter baurechtlichen Vorschriften.
Grenzen Sie sich nicht nur von rechten Strömungen ab, sondern auch von Einflüssen ausländischer Despoten.
Setzen Sie sich weiter für ein buntes Hachenburg ohne den o.g. Einfluß ein.
Lassen Sie uns gemeinsam unsere selbstbestimmten den freiheitlichen Grundwerten verbundenen muslimischen Mitbürger beim Bau ihrer Begegnungsstätte unterstützen.
Fördern Sie den Dialog zwischen den Kulturen.
Warten Sie nicht ab, bis das Kind wieder in den Brunnen gefallen ist und wir auf unsere Polizei und Gerichte angewiesen sind, sondern nutzen Sie die demokratischen Möglichkeiten, um den Einfluß der DITIB in ihrer momentanen Ausrichtung zu unterbinden.
Burkhard Schmid
Hachenburger Bürger
Gegner von rechtem und linkem Extremismus Mitglied der FDP Mitglied im HuFa der Stadt Hachenburg