Erdogan will den Seitensprung kriminalisieren. Er stellt damit Ehebruch auf eine Stufe mit Kindesmissbrauch.

By März 13, 2018Verschiedenes

Frankfurter Rundschau 09.03.18: Erdogan fordert Strafen für Ehebrecher!

Vor zwei Wochen forderte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede vor den Abgeordneten seiner islamischen Regierungspartei AKP, dass Seitensprünge in der Türkei wieder strafbar sein müssten. Was zunächst wie eine Augenblickslaune wirkte, war taktisch genau kalkuliert. Der Präsident nutzt das Thema aber auch zur weiteren Polarisierung der Gesellschaft, da er Ehebruch mit dem säkularen Lebensstil in Verbindung bringt

Erdogan stellte Ehebruch auf eine Stufe mit Kindesmissbrauch – und schaffte es damit, ein Anliegen, das auch der säkularen Opposition wichtig ist, zu relativieren und zugleich einen neuen Affront gegen die Europäische Union zu schaffen. Beobachter vermuten, dass er mit dem Thema von drängenden politischen und ökonomischen Problemen ablenken will.

Als Erdogan ein neues Gesetzespaket zum Kindesmissbrauch inklusive chemischer Kastration von Straftätern ankündigte, sagte er, seine Regierung habe während des EU-Beitrittsprozesses einen Fehler begangen: „Um die Regelung zum Ehebruch zu korrigieren, sollten wir sie im Gesamtzusammenhang der geplanten Gesetze wie (sexueller) Belästigung betrachten.“ Die Türkei habe schlicht andere moralische Werte als der Westen. “

 

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